Transmongolia 2014

mit 2 Fernweh-Mobilen in die Mongolei

Reiseroute

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Reiseroute Mongolei 2014 auf einer größeren Karte anzeigen

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21.07.2014

D

 

 

07.07.-14.07.2014

Die Berge im Altai Gebirge werden Richtung mongolischer Grenze immer höher und wir bewegen uns auf 2.500 Meter zwischen schneebedeckten Viertausendern. Die Ausblicke sind gigantisch. Das Wetter meint es gut mit uns und so erreichen wir bald die mongolische Grenze. Bei der Ausreise aus Russland erleben wir noch einen Schreckmoment. An irgendeiner Grenze vorher wurde uns bei der Ausreise das russische Zollpapier für unser Auto abgenommen und wir haben nun unser Auto nirgends offiziell eingeführt. Eine ganz aufgelöste Beamtin, die nicht verstehen kann, wie so etwas passieren kann, hilft uns eine Kopie auszustellen. So können wir mit etwas Zeitaufwand doch noch mit unserem Auto aus Russland ausreisen. Die mongolischen Grenzer sind dagegen tiefenentspannt. Nachdem sie es nicht geschafft haben uns vor ihrer Mittagspause abzufertigen, sollen wir kurzerhand auch in unserem Auto eben Mittagessen. Das ist uns vorher auch noch nicht bei einem Grenzübertritt passiert. Sobald wir die Mongolei erreicht haben, sehen wir links und rechts der Straße Jurten. Nomaden, die den Sommer mit ihrem Vieh im Hochland verbringen. Herden mit Yaks, Kamelen, Pferden, Ziegen und Schafen säumen seitdem unseren Weg. Wir kommen langsam aus dem Gebirge heraus und bewegen uns nun auf einer Höhe von 1.500 Meter. Die Straßen sind sehr gut zu bewältigen, da der Regen in den letzten Wochen nachgelassen hat und alles gut abgetrocknet ist. Wir rumpeln über Wellblech unseres Weges und haben abends traumhafte Campplätze. Wir freuen uns auf eine weiterhin schöne Zeit auf den Weg nach Ulaanbaatar.

 

 

30.06-06.07.2014

Über Barnaul führt uns unser Weg in das Altai Gebirge. Wir haben einen super tollen Stellplatz direkt am Fluss Katun mit netter russischer Nachbarschaft. Noch bis vor zwei Wochen hat es hier ein katastrophales Hochwasser gegeben und man kann an vielen Stellen noch die Auswirkungen sehen. Es sollen alleine vier Brücken nicht mehr befahrbar sein. Die Russen lieben diese Region als Urlaubsgebiet und man sieht Zelte in jeder Ecke. Maya spielt stundenlang mit einem russischen Mädchen am Flussufer und ich habe eine nette Unterhaltung mit einer Deutschlehrerin aus Omsk. Sie schaut sich sehr interessiert Mayas Unterrichtsmaterial an und erklärt mir das hiesige Schulsystem. Beim Schlafengehen schauen wir aus dem Fenster direkt auf den Fluss und mit ein bisschen schaukeln fühlen wir uns in unserer Kabine wie auf hoher See. Es schauert sich die letzten Tage ziemlich ein und wir machen in einer Ferienanlage in Manzerok unsere erste Fahrpause seit über vier Wochen. Die Waschmaschinen werden vollgestopft, nur das Trocknen klappt nicht so gut. Auch müssen die Nägel aus zwei Reifen entfernt werden. Sonst stehen wir beim nächsten Platten ohne intakte Ersatzreifen doof da. Eine Schrauberbude für den längst überfälligen Ölwechsel ist auch sonntags schnell gefunden. So können wir vor unserer Einreise in die Mongolei noch einmal alles auf Vordermann bringen. Deutsche Reisende berichten uns von viel Regen in der Mongolei. Es wird uns wahrscheinlich auch auf der Südroute eine Schlammschlacht erwarten. Wir sind mal gespannt...

 

23-30.06.2014

In Semey kurz vor der kasachischen Grenze zu Russland angekommen, neigt sich unsere Zeit in Kasachstan dem Ende zu. Die Straßen haben uns und unseren Autos teils arg zugesetzt. Am Schlimmsten waren die schier endlosen Baustellen. Im Schritttempo zu durchfahren in undurchsichtige Staubfahnen gehüllt und mit drängelnden LKWs im Nacken. Kennen und nicht gerade lieben gelernt haben wir auch die Polizisten, die selbst für banalste Verkehrsverstöße Bußgelder bis zu siebenhundert Dollar von uns verlangt haben. Unter Protest konnten wir diese in der Regel aber herunterhandeln. Nur Quittungen haben wir nie bekommen. Absolut positiv überrascht hat uns die zurückhaltende Freundlichkeit der Kasachen und die herbe Schönheit der Landschaft. Wir haben die letzten zwei Wochen immer wild campiert, hatten meist wunderschöne Nachtplätze und haben uns harte Federball Matches geliefert.

18-23.06.2014

Über Aktöbe führt uns unsere M32 schnurgerade nach Süden. Landschaftlich passiert nicht viel. Erstaunlich wie unterschiedlich dennoch die recht eintönige Ebene sein kann. Wir freuen uns über die frisch asphaltierte Hauptstraße und kommen gut voran. Am Straßenrand wechseln sich Herden mit Ziegen, Pferden und Kamelen ab. Wir müssen auf der Hut sein, wenn diese die Straßenseite wechseln wollen. Gestern verließ uns unser Straßenglück und wir mussten uns durch elendig lange staubige Baustellen quälen. Bei 42° C im Schatten möchte ich gar nicht wissen wie hoch die Temperatur bei uns im Auto ist, wenn wir bei Gegenverkehr sämtliche Lüftungsschlitze schließen müssen. Für Maya ist es das absolute Highlight, als sie bei einer Mittagsrast auf einem kasachischen Hirtenpony reiten darf. Unser heutiger Besuch in Türkistan fällt aufgrund der gewaltigen Hitze relativ kurz aus. Wir besichtigen das imposante Mausoleum und fliehen danach aus der aufgeheizten Stadt. So langsam kommt System in unseren Reisealltag und wir genießen unser abendliches Lagerleben.

 

 

17.06.2014

Wir haben die russischen Straßen verlassen und verabschieden uns ohne viel Wehmut Richtung Kasachstan. Die kleine Grenzstation bei Ozinski passieren wir mit etwas Zeitaufwand aber wieder absolut korrekt. Die kasachischen Grenzer freuen sich über Touristen und winken uns anstandslos durch. Sofort nach der Grenze erschließen sich endlose Steppen und der Blick geht in die Weite. Pferdeherden grasen in der Ferne und uns würde es nicht verwundern, Indianer auftauchen zu sehen. Stattdessen sehen wir kasachische Hirten auf ihren Pferden. Der gestrige Nachtplatz war traumhaft auf einer Kräuterwiese mit einer unendlichen Vielfalt. Tagsüber kämpfen wir uns über löchrigen Asphalt und sind nun in Oral angekommen.

 

 

13.06.2014

Russland empfängt uns mit offenen Armen. Wir werden an der Grenze zügig und von hilfsbereiten Grenzbeamten abgefertigt. So stehen wir nach drei Stunden bei strahlendem Sonnenschein auf einmal in Russland. Wir schauen uns groß an, da wir noch mindestens zwei, drei weitere Kontrollstellen erwartet hatten. Ab jetzt heißt es Kilometer abreißen, um dieses riesige Land bis zur kasachischen Grenze zu durchqueren. Die Straßenverhältnisse waren die beiden ersten zwei Tage katastrophal, haben sich heute ab Smolensk aber deutlich gebessert. Wir freuen uns fast schon über Kurven, da die Straßen schier endlos geradeaus führen. Maya fragt zwischendurch, ob wir hier schon mal waren und ich sage jedes Mal: „Wir waren hier noch nicht. Hier sieht nur alles gleich aus.“ Stellplätze finden wir abseits der Straße an wenig befahrenen Wirtschaftswegen und haben dort sehr ruhige Nächte in idyllischer Ruhe.

10.06.2014

Die Fahrt zur Fähre nach Travemünde war sehr mühsam. Selbst im Radio wurden nur noch Staus ab acht Kilometer Länge gemeldet. Bei dem schönen Wetter zieht das lange Pfingstwochenende alle auf die Straße. Endlich in Dannenberg bei Lüneburg angekommen, treffen wir uns mit Olga und Helmut und begrüßen uns erst mal herzlich. Am nächsten Tag bummeln wir ein bisschen herum und sind auf einmal erst kurz vor knapp an der Fähre. Dort wartet schon seit Stunden Matthias auf uns, der uns als Überraschung vor der Fähre verabschieden wollte. Benno freut sich riesig, doch viel Zeit bleibt uns nicht mehr, weil wir voller Hektik auf die Fähre müssen. Nach uns kommen nur noch zwei LKWs und ein lettisches Auto mit kaputter Batterie. Soviel zu gemächlich zur Fähre fahren. Die Überfahrt wir für Maya zur Geduldsprobe. Die heiß ersehnte Kinderbelustigung ist schlichtweg nicht vorhanden und auch der Dutyfree Laden hält nicht das, was sie erwartet hat. Das Objekt ihrer Begierde, eine Barbie Geschenkpackung wird uns vor der Nase von einem lettischen Familienpapa weggeschnappt. Ersatz ist nicht mehr vorhanden. In der Kabine stellt sich hinterher noch heraus, dass die als Trostpflaster gekauften Filzstifte noch nicht mal schreiben. Da wurde die Stimmung zappenduster. Aber auch die enttäuschendste Fährfahrt findet einmal ihr Ende. In Ventspils nächtigen wir auf einem schönen Campingplatz in Ostseenähe und beschließen den Abend versöhnlich bei einem wunderschönen Sonnenuntergang am Meer.

Wir durchfahren Lettland bei schönstem Wetter innerhalb von zwei Tagen Richtung russischer Grenze und haben jeweils sehr schöne Stellplätze an Zweien der zahlreich vorhandenen Seen. Den heutigen Tag beenden wir fahrtechnisch sehr früh, da wir den Grenzübertritt nach Russland nicht zu spät angehen wollen. So haben wir ausreichend Zeit für Haushaltsarbeiten, Hausaufgaben und Vorbereitung der Navigation. Wir sind schon ganz gespannt, wie Morgen die Grenzabfertigung nach Russland klappt. Hoffen wir das Beste.

Samstag, 07.06.2014

Jetzt geht es los, unsere Reisepatner haben wir nun getroffen.

Freitag, 06.06.2014

Auto ist fertig und gepackt:

Jetzt geht es endlich los! Hund und Haus sind in gute Hände übergeben. Die letzten Tage waren sehr turbulent. So viel war noch vorzubereiten, zu erledigen und zu verabschieden. Nun ist das Fernweh-Mobil gepackt und wir sind abfahrbereit. Bereit dazu, unsere Komfortzone zu verlassen und uns auf das Unvorhergesehene einzulassen. Es fühlt sich spannend und lebendig an. Ich würde sagen: „Wir sind dann mal weg!“


 

Mittwoch, 04.06.2014

Noch ein paar Vorbereitungen und Schraubereinlagen:

Freitag, 09.05.2014

Heute in genau vier Wochen geht es los und es ist nun Zeit, damit anzufangen über unsere Reise zu berichten. Angefangen hat alles schon lange vorher, im letzten Jahr, als aus dem „wir würden ja gerne“ ein „wir machen das jetzt“ wurde. Die größte Hürde erschien mir immer die Schulpflicht von unserer Tochter Maya bis Benno sagte: „Dann ruf doch einfach in der Schule an und frag!“. Insgeheim zugetraut hat er mir aber nicht, dass ich fünf Minuten später tatsächlich die Rektorin am Telefon hatte. Noch erstaunlicher war, dass diese ganz begeistert von unserer Idee war und sofort mündlich grünes Licht gegeben hat. Wegen eines Auslandsaufenthaltes der Eltern dürfe sie Maya im zweiten Schuljahr ruhig vier Wochen vor den Sommerferien beurlauben. Wir sollten ruhig anfangen zu planen. Als ich das Telefonat beendet hatte, haben wir uns erst mal groß angeschaut. Jetzt waren die Weichen gestellt und ab da gab es für uns kein Zurück mehr. Die Suche nach geeigneten Reisepartnern erledigte sich dann auch wie von selbst, als wir Olga und Helmut von unseren Plänen berichteten und diese sofort Feuer und Flamme waren. Danke Euch beiden dafür, dass ihr Euch uns und unserem Reisetempo als Familie mit Kind anpassen wollt. Wir freuen uns auf eine schöne Zeit mit Euch. In unserem Umfeld stoßen wir mit unserem Vorhaben oft auf Unverständnis. Viele können sich eine Reise, bei der man nicht weiß, was der nächste Tag bringt und wo man schlafen wird einfach nicht vorstellen. Da werden dann die größten Bedenken geäußert und auch an die Verantwortung von uns als Eltern unserer Tochter gegenüber appelliert. Natürlich besteht unsere größte Sorge darin, dass wir alle gesund und munter wieder zu Hause ankommen. Aber ist es nicht auch ein Geschenk für Maya, zu wissen, dass sie alles erreichen kann, was sie will und ihr keine Grenzen gesetzt sind? Wir auf jeden Fall empfinden es so. Maya weiß für ihr Leben wie es ist, wenn bei Sonnenaufgang im Tal vor einem sechzig Heißluftballone aufsteigen, kennt das Gefühl barfuß im Lichterglanz einer großen Moschee über die Teppiche zu tanzen oder nach einem anstrengenden Aufstieg von einem hohen Berg aus den Sonnenuntergang zu betrachten. Ich habe noch Mayas Äußerung im Ohr, die sie während unserer letzten großen Reise in der Türkei gemacht hat. Mit einem Butterbrot in der Hand steht sie an einer Mauer, blickt ins Tal und sagt: „Was haben wir es schön!“ Da geht einem das Herz auf und man hat das Gefühl als Eltern doch etwas richtig zu machen. Solche Momente wünsche ich uns für unsere nächste Reise...